Was lebt denn da in unserem Bach?

(Ich habe eine kleine Geschichte für euch geschrieben! Um das Ganze ein bisschen spannender zu gestalten, wird sie in mehreren Teilen veröffentlicht werden. Also wünsche ich viel Vergnügen mit dem ersten Teil!)

„Lea, Lea, guck doch mal!“

„Was denn, was ist denn da Lisa?“

„Na guck doch mal, komm her und guck!“

Lisa stand mit nackten Füßen in dem kleinen Flüsschen, welches von ihren Eltern immer nur „Bach“ genannt wurde. Sie hatte die Hose hoch gekrempelt und einen Stock in der Hand. Sie sah aus wie ein Abenteurer. Den Körper leicht nach vorne gebeugt, schaute Lisa nach unten. Es sah aus, als würde sie etwas in dem fließenden Wasser suchen. Mit dem Stock in ihrer Hand stützte sie sich dabei ab, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren.

Lea war ihre beste Freundin und gemeinsam mit ihr zum Bach gegangen. Im Gegensatz zu Lisa hatte Lea nicht den Mut dazu gehabt, mit ihren nackten Füßen in das kalte Wasser zu gehen. Auch, wenn Lisas Füße das einzige waren, was unter Wasser war, war es Lea einfach zu riskant. Sie hätte stolpern können oder noch schlimmer, ihre kleinen Füße hätten von den Flusskrebsen angeknabbert werden können. Sie fühlte sich ganz sicher, da wo sie stand, weshalb sie Lisa’s Aufforderung auch nicht wirklich nachkommen wollte: „Ach Mann, ich kann nicht sehen, was da ist.“, sagte sie schließlich, nachdem sie vergebens versucht hatte, zu sehen, was Lisa sieht.

„Du musst schon ins Wasser kommen, na mach schon. Ich bin doch hier, da wird dir schon nichts passieren!“ Lisa versuchte alles, um ihre beste Freundin, endlich ins Wasser zu bekommen. Eigentlich hatte sie gar nichts entdeckt. Aber eine kleine Notlüge erschien ihr doch ganz in Ordnung, um Lea endlich ins Wasser zu bekommen. Gemeinsam würden sie viel mehr Spaß haben. Also versuchte sie weiterhin angestrengt und mit aufgerissenen Augen ins Wasser zu schauen, als ob da etwas ganz besonderes wäre. „Geh einfach den Weg, den ich auch gegangen bin, aber vergess nicht vorher deine Hose noch hochzukrempeln.“, Fügte sie noch schnell hinzu.

Lea verdrehte die Augen. Sie wusste, dass Lisa ihr nichts Böses wollen würde. Aber was könnte so interessant sein, dass sie es unbedingt sehen muss. „Lisa, ist es ein Flusskrebs? Die will ich wirklich jetzt nicht sehen. Und auf gar keinen Fall an meinen Füßen spüren.“

„Nein, nein, das ist wirklich etwas Schönes. Kein Flusskrebs, versprochen. Es glitzert und“, sie brach ihren Satz plötzlich ab. Lisa hatte nun wirklich etwas erkannt im Wasser. Ein kleines Licht leuchtete dort. Kaum größer als eine Münze und nur ganz schwer zu erkennen. Was war das nur? Lisa nahm ihren Stock und stocherte ins Wasser. Wodurch sie aber nur etwas Dreck aufwirbelte. Sie wartete. Lea rief vom Ufer aus: „Es glitzert und? Lisa, was siehst du denn da, was glitzert? Ist es eine Münze? Dafür werde ich ganz sicher nicht kommen…“ Doch Lisa antwortete nicht. Als ihre Sicht wieder klar war beugte sie sich tiefer mit dem Oberkörper nach vorne. „Ich kann es nicht genau erkennen“, flüsterte sie jetzt fast. „Was hast du gesagt, ich hab dich nicht verstanden?“ fragte Lea daraufhin.

„Ich kann es nicht genau erkennen!“ antwortete Lisa, dieses Mal aber lauter. Sie machte einen Schritt nach vorne, um näher ran zu kommen. Was allerdings keine gute Idee war. Da, wo sie ihren Fuß abstellen wollte, waren die Steine sehr rutschig, und Lisa kam ins Wanken. Sie verlor plötzlich das Gleichgewicht und warf den Stock zu Seite: „Oh, oh,…Ah!“ Lisa fiel nach vorne über in den Bach und kam dabei mit dem Kopf unter Wasser.

Sofort versuchte sie ihre Augen zu öffnen, aber das war gar nicht so leicht. Sie fühlte, wie ihr ganzer Körper nass wurde. Sie realisierte, dass sie gefallen ist und wollte sich irgendwie abstützen. Doch es gab nichts zum Abstützen. Lisa hatte ein Gefühl von Angst und schnappte nach Luft. Sie atmete noch. Also war alles gut oder? Einfach nur aufstehen. Lisa packte erneut nur ins Wasser und fand keinen Halt. Dann riss sie ihre Augen auf. Wasser, sie war unter Wasser. Überall um sie rum war Wasser. Wie konnte das sein? Sie stand doch gerade noch auf ihren zwei Beinen und der Bach war nur wenige Zentimeter tief. Moment mal! Wie konnte Lisa denn atmen? Da war sie wieder, die Angst. Aber, es war alles gut. Sie musste nicht nach Luft ringen und ihr tat nichts weh. Sie spürte ihre Arme und Beine. Sie konnte alles bewegen und sie schwamm ein bisschen hin und her. Ihre Kleidung hatte Lisa noch an, aber der Stock war weg. Was ist denn bloß passiert?

Zu viele Gedanken gingen Lisa gleichzeitig durch den Kopf, als dass sie realisieren konnte, was eigentlich gerade passiert ist.

Eine leise Stimme drang durch das Wasser, doch Lisa konnte sie nicht verstehen. „Was?“ rief sie. Und das hatte auch, wenn sie sich augenblicklich unter Wasser befand funktioniert. Wie konnte das denn alles sein. Unter Wasser sein, atmen und reden? Hier stimmte etwas gewaltig nicht. Lisa schwamm hin und her und wollte einen Ausweg finden, als ihr Blick plötzlich auf einen ganz kleinen Fisch viel.

 

FORTSETZUNG FOLGT …